ein mumifierter Frosch aus Volgershall in

Bernhard Nürnbergers

Wunderkammer_Kinderstube

 

Ausstellung in der Galerie des Kulturforums Lüneburg - Gut Wienebüttel

Oktober 2016

 

 
Wunderkammer_Kinderstube

 

Nach fast 60 Jahren kehrt der Maler und Bildhauer Bernhard Nürnberger mit einer Ausstellung seiner Kunst an einen Ort seiner Kindheit zurück, der für ihn voller Bedeutungen ist. Die Familie lebte von 1946 bis 1958 in „Wienebüttel“, synonym für das Niedersächsische Landeskrankenhaus Lüneburg, in dem der Vater als Psychiater tätig war. Das Gelände des Gutshofs Wienebüttel, damals landwirtschaftlicher Betrieb des Landeskrankenhauses, und die umgebende Landschaft waren sein Stromergebiet, seiner Geschwister und Spielgefährten.

Die Ausstellung ist für ihn Anlass nach einem Echo in seiner Kunst zu fragen, aus dieser Zeit, aus dem "Anstaltsmilieu" und der Stadt Lüneburg. Und sie ist ihm Anlass Geschichten zu erzählen vom Erleben und der (Kinder-) Wahrnehmung, von den Tatsächlichkeiten und Sachen, die damals waren und für ihn von Interesse.

Tatsächlichkeiten aus der Kindheit finden sich weder notwendig in Nürnbergers Kunst, noch ist es nicht unmöglich sie darin aufzuspüren. Wie etwa den titelgebenden Frosch. Er gehört zu seinen sieben Sachen seit der Kinderzeit, gefunden bei der Suche nach Donnerkeilen an den verbotenen Abbruchhängen der "Kalkkuhle" Volgershall, damals noch Betriebsgelände einer Dünge- und Baukalkfirma auf der dem Gut entgegengesetzten Seite der Anstalt.

Dieser Frosch springt, häufiger als er es bisher wahrgenommen hatte, in einem Bild, in einer Assemblage herum. Seine Anwesenheit mag notwendig oder folgerichtig aus kompositorischen Gründen und der Form und Farbe wegen. Mal springt er zu kurz, mal in die Irre und mit ihm der Betrachter. Ins Ungewisse springt er am Besten. Kennt er den roten Faden zurück in die Kindertage oder vollführt er ein Täuschungsmanöver? Sicher ist nur die Unberechenbarkeit seines trockenen Körpers, bei dessen Betrachtung die Herrschaft der Vernunft ebenso versagt, wie sie schon versagte, als er noch quicklebendig in dem ihm eigenen Milieu umhersprang.

In der Ausstellung werden neben Dingen aus der Kindheit, die noch da sind, Malereien, Skulpturen und Collagen zu sehen sein. Die Auswahl der Ausstellungsstücke ist im Moment (Juli 2016) ebenso wenig klar wie das Echo aus der Kindheit in ihnen als Erfahrenes oder Phantasiertes gewiss ist. Die Ausstellung fügt den Schichtungen des Erinnerns oder ihren Erzählungen in den Bildern und Skulpturen eine weitere hinzu.

Malte Wienebüttel

(Text in Arbeit)

 
an 30 Tagen Sich-Erinnern: Mai/Juni 2016 1
 
Bilder und Bücher 6
 
Bilderschmuck der elterlichen Wohnung 2
 
"gemerkte Male" fotografieren 3
 
Kunst und Kuriositäten 5
 
   

 

 
Ausstellung
 
Gliederung der Räume (Stand 8/2016) 4.
 
Skulpturen (Beispiele)7
 
Malereien (Beispiele) 8
 
Assemblagen / Collagen (Beispiele)9
     
 

Malte W. trifft Heinrich H. 10

 
     
     
     
     

Bernhard Nürnberger > www.galerie-imaginaire.de

   

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